Fernweh in Bildern einfangen
Die INTERMOT München 2002 war nicht nur ein Mekka für die Motorrad- und Rollerhersteller, auch die besten Air-Brusher Deutschlands gaben sich ein Stelldichein. Die Messe München (MMG) und der Industrie-Verband Motorrad (IVM) hatten zum Spray-Contest aufgerufen. Es galt, jeweils fünf Tanks und Helme durch kunstvolle Bilder zu einem Unikat zu machen. Die Werke der Künstler wurden im Dezember im Internet-Auktionshaus "Ebay" versteigert. Den Erlös stellt der IVM dem Projekt "Notarzt-Einsatz-Motorrad", kurz NEM, zur Verfügung.
Die Tanks, die vom Reiseausrüster "Touratech" zur Verfügung gestellt wurden, sind Spezialanfertigungen, passend für die BMW-Enduros R 1100 GS und R 1150 GS. Damit erhöht sich der Spritvorrat auf insgesamt 41 Liter. So lassen sich dann auch längere Passagen abseits der üblichen Tankstellenrouten absolvieren.
Als Vorgabe für die Lackierung hatte man den Air-Brush-Künstlern das Thema "Reise" nahegelegt. In einigen Fällen wurde dieses Thema zwar recht großzügig ausgelegt, die Ergebnisse sind dafür aber umso faszinierender. Ob mit "Rat"-Motiv oder aber aus 1001 Nacht, mit diesen Tanks ausgerüstet, wecken die Motorräder sofort das Fernweh. Der Wert der Tanks, die unlackiert knapp 1.000 € kosten, dürfte durch die künstlerischen Verzierungen beträchtlich gestiegen sein.
Auch die Helme, die der Hersteller "Schuberth" zur Verfügung gestellt hatte, wurden durch die Brusher veredelt. Damit wird der "QM 1 Street", so die offizielle Bezeichnung des Helms, zum unverwechselbaren Einzelstück. Die fünf Helme gibt es in verschiedenen Größen, so dass für jeden Kopf die passende Bedeckung vorhanden ist. Auch bei den Helmen dürften bei der Versteigerung wesentlich höhere Preise erzielt werden, als die rund 300 €, die die "Normalausführung" kostet.
Die durch die Versteigerung beim Internet-Auktionator "Ebay" erzielten Erlöse gehen direkt an das Projekt "NEM", das sich zum Ziel gesetzt hat, Notärzte in Deutschland mit Motorrädern auszurüsten. Damit können die Ärzte verunglückte Auto- und Motorradfahrer zum Teil wesentlich schneller erreichen und so die Erstversorgung erfolgreicher sicherstellen als das mit dem Notarztwagen möglich wäre. Gerade bei Großveranstaltungen oder bei Staus auf der Autobahn gewinnt das Motorrad gegenüber dem Notarztwagen auf Grund der geringen Baubreite und seiner Wendigkeit einen nicht unerheblichen Zeitvorteil. Die NEM-Flotte, zur Zeit bestehend aus drei Motorrädern und zwei C1-Rollern, haben in der medizinischen Ausrüstung in den Koffern das übliche Rettungsmaterial vom Beatmungsbeutel bis hin zum Defibrillator dabei und sind selbstverständlich mit Blaulicht ausgerüstet.
Zu sehen und zu ersteigern waren Tanks und Helme letzten Dezember unter http://www.ebay.de/